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Coaching Zone - Folge 02 - mit Volker Schneller

Shownotes

Coaching Zone erscheint jeden zweiten Dienstag, überall wo es Podcasts gibt. Viel Spaß!

https://www.medienmannschaft.de/

Foto: Heiner Köpcke
Produktion: Jacob Paulsen / https://voicepark-studios.de/

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00:00:00: Speaker: Hallo, mein Name ist Frank. Schneller. Ich lade euch ein, mir Gesellschaft zu leisten, wenn ich legendären Coaches in die Köpfe und in ihre Herzen schaue. Coachingzone. Trainerikone in der Handballszene. Ganz privat. Ganz persönlich. Viel Spaß bei der aktuellen Folge. Hallo, Moin und Servus. Die Coachingzone ist heute Das Wörtchen Servus deutet es an in bajuwarischen Gefilden angekommen. Genauer gesagt in mittelfränkischen. Und zwar in Herzogenaurach. In der Sportschuhstadt Herzogenaurach. Adidas und Puma dürfte fast allen, die jetzt zuhören, ein Begriff sein. Dieser Standort. Das Wörtchen Moin verrät auch ein bisschen was über unseren heutigen Gast Gesprächspartner, denn er kommt ursprünglich aus Flensburg. Also der hohe Norden und das Mittelfränkische vereinen sich heute hier in diesem Termin. Der heutige Gast ist Feldhandball Weltmeister. Er ist ehemaliger Frauen Bundestrainer gewesen. Er hat im Frauenbereich mehrere deutsche Meisterschaften gewonnen. Er hat Männervereine bis an die Spitze geführt, in die erste Bundesliga. Und er hat vor allem auch und das ist etwas ganz Besonderes, in meinen Augen vielen jungen Talenten verholfen, ihren Weg zu machen und soweit es möglich war, oben anzukommen, oben anzuklopfen. Ich habe all das die meiste Zeit aus der allernächsten Nähe miterlebt, denn der heutige Gesprächspartner heißt Volker Schneller und Volker schneller ist mein Vater. Auf dieses Vater und Sohn Gespräch freue ich mich. Das könnt ihr euch sicherlich denken. Natürlich ganz besonders. Und jetzt begrüße ich meinen Papa hier erst mal bei sich zu Hause im Wohnzimmer. Los geht's. Ich freue mich, dass du mitmachst. Es ist mir eine große Ehre. Ich fange gleich mal mit der ersten Frage an Was hat dich motiviert oder animiert, überhaupt Trainer zu werden? Das hat sich im Laufe der jungen Jahre fast von alleine ergeben, indem ich in Flensburg beim Flensburger Turnerbund schon als Neunzehnjähriger gerade in die Männermannschaften gekommen, noch unsere Jugendmannschaft trainierte. Und das hat mir so viel gebracht, dass ich fortan bei Rückfragen irgendwo als Trainer zu helfen, sondern immer gern Ja gesagt habe. Wie bist du an den Job gekommen? Wollte es kein anderer machen oder hast du dich darum beworben? Oder wie bist du denn als selbst noch so junger Mensch in so eine Verantwortung gekommen? Na ja, in dieser Jugendmannschaft spielen ja immer noch einige von denen mit, denen ich im Jahr vorher selbst zusammengespielt habe, die ein Jahr jünger waren und noch jung geblieben sind. Und so gesehen haben wir den Kontakt untereinander nie verloren. Und da ist Organisationsmöglichkeiten wie heute gar nicht gab, war man mehr oder weniger immer darauf angewiesen, sich selbst zu helfen. Okay, hast du denn als Spieler selbst, vor allem auch dann in diesen jungen Jahren? Hast du da schon an dir selbst gemerkt, dass du wie ein Trainer gedacht hast? Hast du auf ein Spiel geschaut oder im Spiel schon so strategische Gedanken entwickelt? Ja, ich bin ganz ungewollt so aus dem Stand heraus das ein oder andere Mal aktiv geworden. Und mein damaliger Spielertrainer in Flensburg bei den Männern, Max Harder, selbst Nationalspieler, war immer recht dankbar, wenn mal von uns Jüngeren ein Impuls kam. Hast du dir Trainingspläne gemacht oder bist du. Bist du dann zu deiner Mannschaft mehr oder weniger aufgrund der äußeren Umstände, vielleicht einer sonstigen Verpflichtungen unvorbereitet rein und hast dann intuitiv trainiert, oder. Oder hast du da tatsächlich schon Pläne gemacht? Nein, damals noch nicht. Okay, das war immer ein eine Frage dessen, was mir aufgefallen ist, wo wir daran arbeiten mussten und wo wir uns verbessern konnten. Das bringt mich mal gleich zu einer elementaren Frage, die ich allen in dieser Staffel fragen möchte Würdest du grundsätzlich sagen, in deinen Trainerjahren entsprach deine Philosophie eher der Maxime stärken, weiter stärken oder Schwächen versuchen abzustellen? Hast du da eine innere Balance gehabt oder hast du eines ganz besonders betont. Nein, ich denke nicht, dass ich eines besonders betont habe. Allerdings kann ich natürlich nicht ausschließen, dass ich mehr an den Mann oder die Frau bringen konnte, was Offensive anbelangt, weil dies ja auch meine eigene Stärke war. Ja, jetzt muss ich aber mal als Zeitzeuge mal ein kleines Aber hier einfügen. Aber wenn ich mich an die Mannschaften erinnere, die du trainiert hast und ja, dann auch die Mannschaften, in denen ich selbst gespielt habe. Wir sind ja nun oft wirklich dafür bekannt gewesen, dass wir in der Liga dann meistens die beste Deckung gestellt haben. Lag das dann an den guten Torhütern oder war. Also ich finde, da stellst du dein Licht unter den Scheffel. Wir hatten doch eigentlich immer gute Abwehren. Ja, natürlich. Das eine schließt ja das andere nicht aus. Ich habe in Sachen Abwehr meistens aus eigener Erfahrung im Training gearbeitet. Mich daran erinnert, wo und wie es mir gelungen ist, in der Offensive erfolgreich zu sein als Einzelspieler, aber auch als Mannschaftsspieler. Und habe dann natürlich im Trainingsprozess versucht, die Lücken zu schließen, wenn es um die Abwehr ging. Hast du, wenn du jetzt zurückblickst, irgendwelche Regeln oder oder Konzepte im Umgang mit dir als Spieler, also anderer Trainer im Umgang mit dir und deiner und deinen Mitspielern, die dir besonders wichtig waren? Hast du die dann als Trainer übernommen oder gab es auch Dinge, wo du als Spieler gesagt hast Das würde ich als Trainer aber ganz anders machen und hast es dann auch ganz anders gemacht. Hat das abgefärbt? Das hat sich entwickelt. Ich muss sagen, von Anfang weg bis zum Ende meiner Trainerlaufbahn war für mich die Pünktlichkeit sowohl beim Training, sowohl bei der Abfahrt zu Spielen und anderen mannschaftsbezogenen Anlässen war immer die Pünktlichkeit an erster Stelle. Kann ich mich daran erinnern? Ja, das kann ich so, so bezeugen. Hast du, als hast du als Trainer Vorbilder gehabt? Ja. Vorbilder. Ich habe schon das eine oder andere Mal gedacht Mensch, so möchte ich eigentlich auch meinen Mannschaften versuchen zu helfen. Es gab einige Trainer, obwohl wir selbst in der Flensburger Jugend das Training alleine machten, ohne Trainer. Aber es gab dennoch in Schleswig Holstein einen Verbandstrainer, der die Mannschaft der Junioren U21 von Schleswig Holstein trainierte. Das war der legendäre THW Trainer für die Westheimer. Das war mein erster wirklich richtiger Trainer. Ansonsten habe ich mir im Laufe der Jahre fast alles, was ich als Handballspieler damals lieferte, selbst angeschaut. Und dazu gab es genug Gelegenheiten. Denn schon kurz nach dem Kriege hatte ein damals Multiorganisator namens Siggi Perry, der zwei und siebzig auch mitverantwortlich war für die Olympischen Spiele in München. Der war in Flensburg tätig an der ehemaligen Wehrmachtsportschule, die jetzt der Stadt und dem Land gehörte. Und hier hat er als ehemaliger Handballspieler schon Ende der vierziger Jahre Mannschaften, Gäste, Vereine aus Dänemark zu Besuch gehabt. Und ich war damals noch sehr jung und mit seinem Sohn befreundet. Und bei manchem Training dieser Mannschaft natürlich auch in der Halle, um zuzuschauen. Und hast du für dich als Spieler das Gefühl gehabt, dass es wichtig ist, dass ein Trainer eine Autoritätsperson ist, Dass du zu jemandem aufschauen kannst? Oder war dir Zwischenmenschliches wichtig? Etwas etwas lockerere Hand oder. Oder gehörst du eher. Das waren ja auch andere Zeiten damals ganz andere Zeiten als heute. Oder hast du schon an die natürliche Autorität einer, eines eines Trainers geglaubt? Und hast du dich vielleicht auch so gebraucht oder haben wollen? Ja, ich habe sie jetzt nicht gezielt so umgesetzt, aber habe schon aus Erinnerungen an meine Jugendzeit auf Ordnung auf. Konzentration und derlei Dinge großen Wert gelegt. Anders geht es einfach nicht. Und ergo dann auch als Trainer eingefordert. Ja, ja, ja, ja, ja. Wie wahr. Denn wenn du auf deine, dann auch später auf deine Zeit als Trainer zurück denkst, Du warst dann ja als noch sehr junger Trainer schon Trainer der Nürnberger Handballfrauen, wo das mit dem erste FC Nürnberg mehrfach Deutscher Meister, mehrmals muss es heißen mehrmals Deutscher Meister. Und hast du dann im Laufe deiner eigenen Trainerkarriere an dir festgestellt oder an dir auch gearbeitet? Wenn das, wenn du das für nötig erachtet hast, wie dein Umgang mit Schiedsrichtern ist, wie würdest du das zusammenfassen? Rückblickend Warst du für Schiedsrichter ein schwieriger Trainer oder oder eher ein kooperativer Trainer? Also ich denke mal, dass ich unter dem Strich Schiedsrichtern nie echte Probleme bereitet habe. Ich bin in meiner gesamten Laufbahn als Trainer und Spieler ein einziges Mal mit einer roten Karte vom Platz gestellt worden und habe mich ansonsten immer versucht, mit den Schiedsrichtern zu arrangieren. Das war wichtig, weil ja doch damals die Verhältnisse ganz anders waren, als sie heute sind. Und ich denke mir mal, man musste daran letztendlich als Trainer auch irgendwie Vorbild sein. Und nachdem ich das Glück hatte, schon als Spieler selbst Weltmeister zu werden und auch ein paar Mal deutscher Meister zu werden, konnte ich alleine durch diese Titel, ohne dass ich sie habe raushängen lassen, die Spieler schon ein bisschen gefügiger machen. Und eines steht fest Ich habe bis zum letzten Tag keine einzige Übung von meinen Spielern oder Spielerinnen verlangt, die ich nicht selbst vormachen konnte. Kann ich mich noch lebhaft daran erinnern? Ob das nun als Trainingsgast bei den Leverkusener Frauen war, wo ich ja auch dann in deinen Leverkusener Jahren oft mitgemacht habe im Training auch um Spielsituationen zu zu simulieren oder im Spiel. Auf zwei Tore war ich ja dann als damals Jugendlicher auch häufig mit im Training. Da hast du dann ja auch immer noch mitgespielt und hast tatsächlich auch in deinen Männermannschaften, ob das jetzt Tuspo Nürnberg war oder dann die Erlanger Mannschaften oder dann vor allem auch in den Nachwuchsmannschaften Herzogenaurach, Nürnberg, Erlangen, vor allem dann ja auch Bayer Leverkusen. Hast du eigentlich immer alles, alles mitgemacht Und das war dann, wenn du einen weiten, präzisen Pass verlangt hast. Und irgendeiner war der Meinung, er hätte einen Grund, dir erklären zu können, warum das nicht geht. Hast du den halt mal schnell vorgemacht. Da konnte man das Licht in der Halle ausmachen. Der Pass kam über das ganze Feld. Genau an erinnere ich mich noch genau. Warst du denn als Jugendtrainer ein anderer Trainer als im Erwachsenenbereich? Und was macht aus deiner Sicht? Weil du hast so viele junge Spieler ja gefördert. Was? Was macht die Arbeit im Nachwuchsbereich so dankenswert, so erfüllend? Also zunächst der zweite Teil. Meine Jugendarbeit und die Freude daran habe ich eigentlich in erster Linie meinen beiden Söhnen zu verdanken, denn beide habe ich über etliche Jahre als Jugendspieler. In dem Fall ich dann als Trainer begleitet. Und da kenne ich viele meiner Kameraden aus vergangenen Zeiten, denen es ähnlich gegangen ist. Sie haben auch die eigenen Kinder später trainiert. Das ist so etwas, was es im Sport öfter gibt und wo ich der Meinung bin, dass es von großer Wichtigkeit, dass sich erfolgreiche Spieler auch. Das ist in der Leichtathletik nicht anders und bei anderen Sportarten ähnlich. Dass sich viele ehemals erfolgreiche Spieler, wenn es irgendwie möglich ist, später zur Verfügung zu stellen, zur Verfügung stellen, um den Nachwuchs heranzuholen. Und die andere Frage war hinsichtlich deinem Umgang mit den mit dem Nachwuchs, Spielern oder Spielerinnen im Vergleich zum Erwachsenenbereich? Also ich habe im Tonfall sicherlich einen Unterschied gemacht, ob ich Jugendliche, ob ich Frauen oder Männermannschaften trainiere. Das ist sicherlich auch gar nicht zu umgehen. Aber eines habe ich nicht. Ich habe hinsichtlich Intensität, Kompromisslosigkeit und hohen Ansprüchen nicht einmal unterschieden. Zumindest wenn es im Vergleich Männermannschaften Frauenmannschaften ging. Denn ich kann eines aus guter Erfahrung behaupten Frauen sind in ihrer Art nicht einfacher zu trainieren als Männer. Aber dennoch ist die Arbeit manchmal leichter, weil Frauen nicht halb so viel nachfragen, was sie gerade machen. Sie erkennen sofort, wann ein Trainer etwas ansagt, angibt, vorgibt, ob es der Mannschaft dient oder vielleicht seinem eigenen Ego. Ja, ich glaube, dass da inzwischen eine höhere Sensibilität vorherrscht heutzutage. Und dann gerade in den Frauenmannschaften schon, wenn da Fragen auftauchen, jetzt schon die Trainer besser darauf vorbereitet sein müssen, dass sie bestimmte Sachen auch erklären können oder den Hintergrund und Sinn und Zweck. Und du hast natürlich mit Bayer Leverkusen eine hochkomplexe und anspruchsvolle Mannschaft trainiert, im wahrsten Sinne des Wortes anspruchsvoll. Diese Spielerinnen waren ja alle auf ihren Positionen top und und hatten deutsche Meisterschaften errungen, um die dann auf einen auf die nächste Stufe zu bringen oder einfach auch nur so erfolgreich zu halten, während die Konkurrenz sich auch verbesserte. Das bringt mich zu der nächsten Frage Welche Highlights würdest du als Trainer für dich aufzählen? Das müssen ja nicht zwangsläufig immer Titel sein. Erfolg lässt sich ja auf verschiedene Art und Weise definieren. Aber was waren für dich die Highlights in deiner Karriere? Ich hatte damals das Glück, dass ich sowohl mit der Damenmannschaft vom FC Nürnberg als auch mit der Mannschaft von Bayer vier Leverkusen praktisch eine komplette Nationalmannschaft vor mir stehen hatte. Das ist schon ein ganz, ganz besonderes Gefühl, wenn du vor Spieler oder Spielerinnen stehst, die zusammen an die ein tausend Länderspiele auf dem Buckel haben. Das fordert dich selbst. Und wenn es vielleicht von ihnen gar nicht so ausging, dann fordert es du dich selbst mit deinem Trainer, mit deiner Trainerarbeit. Und ich muss sagen, die Nürnberger und die Leverkusener Frauen hatten beide eine Eigenschaft, die ich in dieser Form nur einmal bei einer Männermannschaft erlebt habe. Beide Mannschaften, Nürnberg wie Leverkusen, waren so auf Erfolg ausgerichtet, waren dermaßen ehrgeizig, ohne etwa irgendwie aus den Fugen zu gleiten, ohne Humor zu verlieren, ohne vor allem die Freude am Spiel zu verlieren. Aber es war grandios zu sehen. Ich musste nie motivieren. Das haben die von ganz allein gemacht. Und welche Männermannschaft war das, die du gerade ansprachst? Das war in Nürnberg in den Anfangszeiten, als ich sie von der Oberliga in die erste Bundesliga führte. War das dieser Aufstieg dann, wo ihr euch ja gegen die neureichen und und eigentlich unschlagbaren TSV Schwabing durchgesetzt hat. Die hatten ja damals eine super Mannschaft. In der zweiten Liga haben sie ja einen Bundesligakader hingestellt bekommen. War das dein größter Erfolg im Männerbereich, dieser Aufstieg mit Nürnberg gegen Schwabing? Ja, es war sicherlich. Es ist. Ich muss heute noch schmunzeln, wenn ich daran denke. Wir haben in der Rückrunde in acht Spielen mit einem Tor gewonnen, und in acht Spielen war der Trainer und der Manager von Schwabing immer in der Halle und hat teilweise unseren Gegnern Sieges Bremen ausgesucht. Und es hat nie gelang. Wir waren am Ende mit ganz wenigen Toren Meister und Aufsteiger. Ich muss allerdings auch hier die Mannschaft von Leverkusen erwähnen. Immerhin war in dieser Mannschaft mit Klaus Fay Als Deutscher erfolgreicher Nationalspieler und Weltmeister mit Gummersbach. Und es war Addi Hilmarsson dabei, der eine Größe und eine Nummer in seiner Heimat war mit solchen Spielern. Als junger Trainer, ich war ja noch relativ jung, Ende vierzig, Ich muss sagen, mit solchen Spielern zu arbeiten, das ist was ganz Besonderes. Und das waren auch zwei Profis, wie man sie sich positiver nicht vorstellen kann. Welche? Welche Errungenschaft im Nachwuchsbereich ist dir am besten in Erinnerung? Ja, das ist schwer. Es ist eigentlich ein bisschen erwähnenswert. Mit Flensburgs Jugend wurde ich indirekt. Damals gab noch keine offizielle Jugendmeisterschaft, wurde ich indirekt schleswig holsteinischer Jugendmeister. Mit der Jugend von HC Erlangen wurde ich Süddeutscher Jugendmeister. Mit der Jugend von Bayer Leverkusen wurde ich Westdeutscher Meister und somit hatte ich natürlich schon auch da etliche große Erfolge. Aber ich denke mal, es wäre nicht ganz sachlich, nicht ganz fair, jetzt da ein Ereignis besonders hervorzuheben, weil ich war kein anderer Mensch, kein anderer Trainer. Ob ich vor den Frauen, den Männern oder den teilweise Kindern stand. Nur in meinem Auftreten und in meinem Tun hatte ich mich angepasst. Gibt es denn einen Spieler oder eine Spielerin, die du gerne mal in den jeweiligen Epochen trainiert hättest, die du aber nicht bekommen hast. Die, die du immer nur als Gegner oder Gegnerin hattest. Ja, es gibt bei den Frauen eine Spielerin, die nur in seiner als ein unglaubliches Talent bekannt war, die ich für unsere beste Linkshänderin gehalten habe damals. Das war ein Koch aus Frankfurt, Grün aus Frankfurt. Das war eine Spielerin, die wohl dem Hörensagen nach sehr, sehr, sehr schwer zu führen war, weil sie einen eigenen Kopf hatte wie kaum jemand anders. Aber sie war das ein unglaubliches Handballtalent. Die hätte ich gerne mal zwei Jahre trainiert. Ansonsten sind natürlich mehr als Männer Trainer in den Vereinen, wo ich war, kaum Möglichkeiten geblieben, jemanden zu trainieren. Mit wem ich wirklich gerne zusammengearbeitet hätte, wäre Joachim Deckarm gewesen, den ich später als liebenswerten Menschen und guten Freund erleben durfte. Zu einer Zeit, als er leider. Schwerstbehindert war. Er war aus meiner Sicht zu seiner Zeit das größte Handballtalent auf der Welt. Und was man mit so einem Spieler erreichen kann, das habe ich mir eigentlich nur erträumt. Bereust du mal eine Entscheidung, die du als Trainer getroffen hast? Also ich rede jetzt nicht von damals. Vielleicht einen falschen Spielzug angesagt oder so, aber gibt es etwas, was dir auf die Frage sofort einfiele, wo du sagst Ja, da bin ich falsch abgebogen oder da habe ich was falsch gemacht. Meine letzte Trainertätigkeit, ja, meine letzte Trainertätigkeit hatte ich beinahe in der zweiten Bundesliga mit einer Mannschaft von an sich sehr ehrenwerten Burschen, aber überhaupt nicht der Liga gewachsen. Und ich war so übermütig und auch aus der Not heraus bei Erlangen keinen anderen Trainer gefunden hatte, damals bereit, sie, nachdem ich sie vorher vor dem Abstieg gerettet hatte. Ich war bereit, sie noch einmal zu trainieren und hätte eigentlich schon vorher erkennen müssen, dass das nie gut gehen kann. Da kann ich mal für unsere Zuhörerinnen und Hörer einwerfen Hetzte auf mich gehört? Ich habe dir händeringend davon abgeraten, aber du fühltest dich auch ein bisschen dem ein oder anderen verpflichtet, den du da in der A Jugend ja sehr erfolgreich trainiert hattest. Und du wolltest einfach diesen Verein nicht im Stich lassen, richtig? Und die Quittung hast du dann leider bekommen. Allerdings ist diese Mannschaft auch mit deinem Nachfolger dann folgerichtig erst mal wieder abgestiegen, bevor die Erlanger Neuaufbau gemacht haben werden. Ja, das würde ich auch sagen, wenn ich jetzt auf deine Karriere schaue und als dein Sohn so etwas sagen wollen würde oder sagen dürfte, würde ich auch sagen dieses Letzte erlange, dieses letzte Erlanger Engagement hättest du dir sparen können oder sogar müssen. Aber ich glaube, jeder große Trainer hätte mindestens einen. So ein Beispiel, wenn nicht sogar mehrere, weil das auch das zeichnet ja Trainer, große Trainer aus, über Jahrzehnte eben auch Höhen und Tiefen zu erleben und die durchzumachen. Womit ich bei der nächsten Frage bin Große Trainer, hast du denn zurückblickend und jetzt vielleicht auch mit dem Wissen von heute oder auch mit den Gefühlen von damals, als ihr vielleicht Kontrahenten wart, Trainerinnen und Trainer Kollegen, die du besonders schätzt, für die du ein besondere Form von Respekt übrig hast, wer würde dir da einfallen? Ich hatte ja an dieser Stelle schon erwähnt, dass ich im Laufe meiner Handballkarriere in den ersten fünfzehn Jahren, zehn, fünfzehn Jahren praktisch gar keinen direkten Trainer hatte. Und so habe ich mir das meiste, was ich zunächst mitgebracht habe, irgendwo bei irgendwelchen Gelegenheiten abgeschaut. Aber später sind mir dann doch Personen begegnet, die zu Freunden wurden. Und mit Freunden kann man natürlich wesentlich intensiver auch Details besprechen und vermitteln. Und da möchte ich unter anderem mal einer Brand nennen, mit dem ich wirklich auch eine Freundschaft verbindet, was einer im Verlaufe seiner Trainerkarriere Erstens für seinen Verein, aber später dann für Deutschland geleistet hat. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Zu Zeiten, wo wir die den Spitzenhandball schon wieder vergessen haben. Dann gibt es noch Sarah Rose zu nennen, Trainer vom THW Kiel. Seine manchmal etwas knorrige Art konnte man leicht richtig schätzen, wenn man ihn näher kennenlernen durfte. Das war mir vergönnt. Und ich muss sagen. Er hat in Kiel Basisarbeit und Grundlagenarbeit geschaffen, von denen die Trainer nachher immer noch teilweise profitiert haben. Dann natürlich Erwin Porzner, mein langjähriger Spielertrainer in Ansbach, der mir vor allen Dingen die menschliche Wertschätzung aufzeigte, der mir erklärt hat und vorgemacht hat, wie man als Trainer mit Spielern umgeht, auch in kritischen Situationen. Ja, und dann bitte ich König Friedrich König war Erfolgstrainer der tschechoslowakischen Nationalmannschaft mit Weltmeistertiteln und auch vielfachen Champions League mit seinem Verein Dukla Prag. Dann hatte ich mit dem mit Bayer Leverkusen eine Phase, wo es mir immer ein. Wo mir immer, immer wieder ein und derselbe Gegner im Wege stand. Und das war Jürgen Gerlach mit seinen Mädels aus Luzern. Linken. Kein einfacher Umgang. Aber ich habe es geschafft, mit ihm ein prima sportliches Verhältnis herzustellen. Zuletzt noch Renate Wolf. Ich habe auf die Distanz ihre Trainingsleistungen, Ihre Trainerarbeit nicht persönlich einschätzen können. Aber ich habe sie selbst trainiert und kann mir durchaus vorstellen, wie sie mit ihren Mannschaften verfahren hat. Renate hat Unglaubliches geleistet. Wenn man bedenkt, dass der Sponsor nach und nach den Tresor schloss, während sie umgekehrt es immer wieder schaffte, wettbewerbsfähige Mannschaften in der ersten Liga auf die Beine zu stellen. Und. Halt, Stopp! Es wäre sehr ungerecht, wenn ich jetzt an dieser Stelle einen meiner engsten Wegbegleiter und auch Vorbilder, Trainer, Vorbilder vergesse. Und zwar ist dies der ehemalige Männer. Bundestrainer Simon Schobel, der mir wirklich über viele Jahre ein richtig guter Freund war. Du warst ja nie Profitrainer, Die gab es früher auch schon. Aber viele Trainerinnen und Trainer waren ja wie auch du, im Prinzip semiprofessionell. Also die hatten noch einen anderen Job, weil das finanziell wirtschaftlich ja gar nicht anders ging. Von deinen Anspacher Zeiten will ich gar nicht erst sprechen, aber eben dann auch schon zu Bundesligazeiten mit Dispo, oder? Du warst ja auch in Leverkusen nicht Profitrainer, sondern warst noch Hauptgeschäftsführer des Vereins. Insofern ist diese Frage so ein bisschen hat einen Haken Ich stelle sie dir trotzdem. Papa, das Trainerdasein heute. Heute hat man in den hohen Ligen ja nur noch Profitrainer im Vergleich zum Trainerdasein damals. Würdest du da heute. Mal abgesehen von den Gehältern, würdest du da heute tauschen wollen, wenn du die Wahl hättest? Oder hast du dich in dem so wie die Szene, wie der Handball früher war, wohler gefühlt als das, was du heute erlebst als Zuschauer? Ja, das muss ich bestätigen. Ich würde durchaus und sehr gerne wieder irgendeine Trainerarbeit ausführen, wenn ich das Alter hätte. Und ich glaube, ich wäre da ähnlich begeistert dabei wie vorher, weil es die Liebe zum Handball ist. Aber die Umstände, die Situation möchte ich nicht miteinander vergleichen. Und es ist die heutige Umgangsweise mit Trainern. Ob es im Handball oder Fußball ist, ist mir suspekt. Ich würde das, denke ich, ablehnen. Wie vergleichst du die Medienlandschaft damals und heute? Damals gab es bei jedem Verein ein oder zwei Journalisten, die es nicht gut mit uns meinen. Und heute sind es oft fünf oder zehn? Ja. Wobei. Jetzt muss ich mal eine Lanze brechen. Ich sehe das. Ja. Ich sehe auf diese Szene so ein bisschen von draußen und als Halbbeteiligter. Es gibt schon auch viele Kollegen, die zwar auf der einen Seite kritisch, aber auf der anderen Seite ja auch mit dem Verein leiden und wo man sich manchmal sogar die Frage stellt Sind Sie kritisch und distanziert genug? Aber vom ganzen Medienaufkommen hat das heute natürlich noch mal eine andere Verdrängung als früher. Ja, was macht denn das Trainerdasein? Da kannst du jetzt natürlich nur aus deiner Erfahrung reden. Wie gesagt, das war jetzt. Das ist anders gewesen als als heutzutage. Aber du hast ja, du hast ja trotzdem unter Profibedingungen quasi gearbeitet, wenn es um die zeitlichen Herausforderungen ging. Was macht denn so ein Trainerdasein mit mit der Familie, mit Partnerinnen und Partnern? Wie würdest du darauf zurückblicken? Ja, das ist schnell beantwortet. Wenn du da niemanden an deiner Seite hast, der Verständnis für deine sportlichen Ambitionen aufbringt, dann kann es nicht gut gehen. Hm, ja, lasse ich mal so stehen. Wir haben ja auch eine bewegte Vergangenheit hinter uns als Familie. Unter anderem mit einem ja doch sehr einschneidenden Ortswechsel, der ja nicht unwesentlich auch mit deiner Trainertätigkeit zusammenhing. Würdest du heute sagen, dass du dir erlaubst, stolz zu sein auf deine Trainerkarriere und auch auf die Fußstapfen, die du hinterlassen hast? Ich möchte da noch was dazu sagen. Ich bemesse das eben nicht nur an Erfolgen, sondern ich bemesse das unter anderem daran, wenn ich mitkriege, wie die ehemalige Spielerinnen oder Spieler, die heute noch gegenübertreten. Ich habe das ja vor gar nicht allzu langer Zeit selbst ein paar Mal erlebt, weil es auch Spieler in meinem Alter gibt, die zusammen mit mir unter dir trainierten und spielten. Wie die dir heute begegnen Und mit welcher Herzlichkeit? Wie würdest du denn auf deine Karriere blicken? Stolz. Zufrieden? Ja, das Wort Stolz ist etwas überzogen. Aber zufrieden schon. Ich denke, ich kann zufrieden sein. Ja, das ist bestimmt der Fall. Man darf eines nicht vergessen. Trainerkollegen aus der damaligen Zeit. Von mir und ich selbst. Wir haben in unserer Trainerarbeit noch ein völlig anderes, selten oder kaum bis jetzt genanntes Problem gehabt. Denn zu unserer Zeit wurde noch im Großfeld gespielt. Und wenn ich daran denke. Was wir damals bei Schnee und Regen bei Minusgraden. Kälte und anderen Unwegsamkeiten bei nassen, verschlammten Spielplätzen. Was wir dort leisten mussten. Das grenzt schon an, ja, man wird es erst gar nicht glauben können. Wir spielten mit Lederbällen und ein damaliges Punktspiel. Bundesliga gab es nicht, aber Erstligaspiel. Man hat es mal ausgerechnet, dass nach ungefähr zehn Minuten Spielzeit bei stärkerem Regen der Ball über ein Pfund schwerer geworden ist. Und wenn ich heute sehe, was die Spieler in der Halle mit dem Ball für Kunststückchen fabrizieren, für Pässe spielen, für Aktionen starten, dann ist das genial. Das ist unfassbar. Wenn ich dann andere Leute höre, die dann sagen Ja, das war damals euer Spiel, war ja Jojo, das war ja mehr oder weniger eine ganz andere Liga, dann ist das nur bedingt. Dann einen nassen, schweren Ball bei Wind und Wetter auch mal Sturm einem Mitspieler über fünf und dreißig vierzig Metern einen sauberen Pass in dessen Lauf zu bringen. Und dieser Spieler musste wegen des Bodens den Ball mit einer Hand fangen und gleich weiterverwerten. Das müssen die heutigen Spieler auch erst lernen, wie sie das können. Ja, und deswegen hast du denn ja als Trainer die weiten Pässe unter anderem quasi mit verbundenen Augen vorgemacht. Ja, da kann ich mich dran erinnern. Hast du abschließend vielleicht drei vier Tipps für werdende junge Trainer. Jetzt mal unabhängig von der Einstiegshöhe Ihrer Liga, in der Sie trainieren. Aber wenn Sie jemand sagt, Ich möchte Trainer werden, möchte er auch später mal höherklassig trainieren. Hast du drei gute Hinweise Ratschläge? Sie müssen immer, egal in welcher Liga, egal. Mann, Frau, Jugendlich. Sie müssen immer begreifen, jedes Mal aufs Neue, wenn Sie ins Training gehen, dass Sie für eineinhalb, zwei Stunden Vorbildfunktion haben. Dass Sie dort. Bestrebt sein müssen, das, was Ihnen der Handball gibt, so zu vermitteln, dass Ihr Gegenüber die Liebe an diesem Sport auch verinnerlichen können. Das ist das eine. Das andere ist Man muss zwar sicherlich konsequent sein in seinem Umgang mit den Spielern. Aber, und das ist mit das Schwerste Kompromisse zeigen, da, wo es für das Wohl der Mannschaft besser ist. Ja, und dann bleibt eigentlich nur noch, man sollte versuchen, während der sechzig Minuten möglichst den Druck bzw die Aversion der Zuschauer und so von den Mannschaften fernzuhalten, was nicht immer möglich ist, denn wir Trainer sind letztendlich auch nur Menschen. Und wenn ich alles zusammenfasse, dann muss ich sagen Das Wichtigste bei Rückbetrachtung. Was ich gelernt habe in diesen ganzen Jahren Man sollte als Trainer immer die Mannschaft und die Arbeit und die Aufgabe und den Erfolg der Mannschaft anstreben. Nicht der Trainer ist der Mittelpunkt, sondern bedeutend ist die Mannschaft. Und wenn man das zusammenfügt, kann man Berge versetzen. Wunderbare Schlussworte Papa, vielen Dank! Das war mir eine große Ehre und eine Freude. Und ich habe auch noch mal wirklich Neues erfahren und auch neue Denkanstöße bekommen. Nun ist meine Trainerkarriere meine im Vergleich zu deiner bescheidene, aber auch nicht ganz unambitionierte. Die ist ja auch schon länger vorbei. Also ich werde das nicht mehr umsetzen können oder einiges für mich daraus mitnehmen können, wenn es ums Trainerdasein geht. Aber als Mensch sehr wohl. Absolut. Und der ein oder andere oder die ein oder andere, die das hört, kann sich da vielleicht doch ein bisschen mehr sogar noch mitnehmen und und ihren oder seinen Weg finden. Das hat mir Riesenspaß gemacht, Papa. Ganz lieben Dank und ich hoffe, du hast auch ein bisschen Freude gehabt beim Blick zurück. Ja, natürlich. Tschüss, liebe Hörer und Hörerinnen. Ja, auch von mir alles Gute. So, nach diesem ja doch sehr persönlichen Talk mit meinem Vater geht es am dritten November in die dritte Runde. Und dann ist mein Gast Renate Wolf, der sicherlich wichtigsten Trainerin im deutschen Handball, im deutschen Frauenhandball. Und auch das, so viel kann ich euch versprechen, wird wieder sehr spannend, Sehr persönlich. Seid dabei in vierzehn Tagen, am dritte elfte. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dann wieder ein Ohr für mich und meinen Gast habt. Bis dann.

Kommentare (2)

Sandra

‧
Man lernt nie aus, wieder so viel erfahren, freue mich auf die nächste Folge. Liebe Grüße aus Lev...

NICOLE

‧
Hallo lieber Frank, es war ein sehr schönes und informatives Interview mit deinem Papa. Toll gemacht und lieber Gruß an euch aus Köln 😉

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